Rüdiger | Die Kommunikation

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Kapitel 4

Die Annahme, dass sich die Verständigung zwischen Vierbeinern und den geflügelten Freunden, zwischen Vielfüßern und der kriechenden Fraktion, zwischen Flossenviehchern und Vierbeinern usw. als schwierig oder sogar unmöglich erweist, ist keineswegs richtig.

Im Gegenteil, die Kommunikation verläuft in den meisten Fällen absolut problemlos. Nur weil die aufrecht gehenden dosenöffnenden Zweibeiner noch nicht mal in der Lage sind, sich grenzübergreifend untereinander zu verständigen, können sie sich keine gepflegte Unterhaltung von Huhn zu Maulwurf oder von Forelle zu Ente, ja noch nicht mal von Hund zu Hund, vorstellen.

Tourette-Hahn Natürlich gibt es immer wieder Maulfaule, wie die Aale zum Beispiel, die durch ihr Genuschel nicht besonders gut zu verstehen sind. Oder jene, die durch so eine Art Tourette-Syndrom und der daraus resultierenden Ausfälle mit nervigem Geschrei einem zeitweise tierisch auf den Wecker gehen können; ich möchte hier als Beispiel nur mal den Kollegen Hahn erwähnen. Grundsätzlich besteht aber immer die Möglichkeit des verbalen Austauschs.

Die dosenöffnenden Spackos glauben sogar, dass jede andere Lebensform ihr Gefasel nicht verstehen kann. Schön wäre es! Hund glaubt gar nicht, welchen Schwachsinn ich mir von meinem Düsseldorfer Dosenöffner reinziehen musste. Nicht nur das erbärmliche Gesülze, welches er von sich gab, wenn er mal wieder so eine hirnfreie Schickimicki-Tussi mit nach Hause brachte, auch der wirre Salbader, den er auf mich einprasseln ließ, wenn ich mit ihm allein war, barg sehr oft Hirntumorgefahr. Und er dachte dabei noch immer, wie hochintellektuell er sei. Ich war oft beeindruckt, dass solch ein Einzeller wie er tatsächlich in der Lage ist, mir eine Dose zu öffnen. Wenn es ganz unerträglich wurde, steckte ich einfach die Rüdi-Rübe unter ein paar Sofakissen.

Rüdiger unter einem Kissen Das war natürlich ausgeschlossen, wenn so eine Schickimicki-Tussi in Begleitung eines meiner Artgenossen auftauchte. Dann verbot es mir die Höflichkeit, mich schalldämmend unter den Sofakissen zu verbarrikadieren. Außerdem teilte der vierbeinige Besuch ja auch immer mein Schicksal. Die Tussis, die sich von meinem Düsseldorfer Dosenöffner abschleppen ließen, waren immer mindestens genauso dämlich wie er. Somit hatte also der an der Leine mitgeführte Kollege bzw. die Kollegin auch nichts zu lachen. In 90 % aller Tussi-Besuche kam es irgendwann immer zur finalen Unkeuschheit mit meinem Düsseldorfer Dosenöffner. Dann verzog sich das Dummlaberpaar stets ins Schlafzimmer und ich hatte endlich wieder meine Ruhe. Das Gestöhne und Gejunkel welches dann aus dem Schlafgemach zu mir herüberdrang, war in jedem Fall tiefgreifender als die Gespräche, die während der Aufwärmphase im Wohnzimmer geführt wurden.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Tussi, die gemeinsam mit einem jungen Schäferhund namens Hotte im Penthouse auftauchte. Das ("Gespräch" wäre zu viel gesagt), was an verbalem Austausch in der Aufwärmphase am Küchentisch stattfand, war so unerträglich, dass ich nach wenigen Minuten Hotte zum Abtauchen unter die Sofakissen einlud.

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