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Keiner kümmerte sich um Iduna

Artikel von Gudrun Klinkhammer aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 13.09.2009.

Fünf bis sechs Tage soll die von einem Fahrzeug angefahrene Katze immerzu geschrien haben. Erst dann wurde der Tierschutzverein verständigt. Die Kaller Tierärztin Elfi Kanngießer päppelte das Tier wieder auf.

die Tierschützerinnen mit Iduna
Elfi Kanngießer (unten) und Brigitte Uzarek können nicht verstehen, dass Menschen eine so kranke Katze wie "Iduna" sechs Tage im Garten liegen lassen und keine helfenden Maßnahmen einleiten. Nun sind die beiden Frauen auf der Suche nach dem Besitzer des Tieres.

Euskirchen-Rheder/Kall - "Es ist wirklich unfassbar", sagte die Kaller Tierärztin Elfi Kanngießer und schaute dabei mitleidig auf die kleine Katze, der sie den Namen "Iduna" gegeben hatte. Vergangenen Mittwoch erhielt die stellvertretende Vorsitzende des Euskirchener Tierschutzvereins, Brigitte Uzarek aus Kirspenich, einen Anruf aus Rheder. Uzarek: "Jemand berichtete uns von einer Katze auf dem Nachbargrundstück, die immerzu schreien würde."

Die Tierschützerin machte sich sofort auf den Weg und fand ein angefahrenes Tier vor, das zwar noch lebte, aus dessen Wunden die Maden und Fliegen allerdings schon in Massen herausquollen. Mittels einer Decke schaffte Brigitte Uzarek das leidende Tier in eine Transportbox. Ein Auge hing der Katze heraus, zudem war der komplette Schwanzbereich aufs Schlimmste verletzt.

Die Kaller Tierärztin Elfi Kanngießer fährt jeden Mittwoch nach Kirspenich, um dort wild lebende Tiere zu kastrieren. So auch am vergangenen Mittwoch. Sie übernahm daher die ärztliche Betreuung des angefahrenen Tieres, verlegte es jedoch aufgrund seines schlechten Zustands in ihre Praxisräume nach Kall.

Fehlende Hilfe unbegreiflich

Sie legte die völlig unterkühlte Katze erst einmal in Narkose, um das arg ramponierte Tier von Maden zu reinigen. Kanngießer: "Meines Erachtens nach muss die Katze, die unter anderem einen Beckenbruch erlitten hat, mindestens fünf bis sechs Tage an ein und derselben Stelle gelegen und geschrien haben." Die Tierärztin kann nicht begreifen, dass Menschen eine derart kranke Katze immer wieder anschauen, wie in Rheder geschehen, aber keine helfenden Maßnahmen eingeleitet werden.

Zwar erhält die Katze derzeit noch viele Medikamente wie Antibiotika und Schmerzmittel, zudem steht in den nächsten Tagen eine Operation an, um das Becken zu richten. Doch hat sich der Gesamtzustand inzwischen verbessert. Das Problem der Tierärztin: Die Katze ist an den Ohren zwar tätowiert, die Markierung kann jedoch nicht mehr entziffert werden. Nun sind die Tierärztin aus Kall und die Tierschützerin aus Kirspenich auf der Suche nach dem Besitzer der Katze. Denn zum einen muss die genesene Katze wieder ein zuhause finden, und außerdem müsste jemand die Kosten tragen.

Wer Informationen zur angefahrenen Katze hat, kann sich unter 0 22 51 / 6 14 41 melden.

Artikel aus dem Kölner Stadt-Anzeiger