Tierschutz | Tierisches

Logo von Aktion Sorgenfelle Eifel e.V.

zurück


Nachts braucht er Unterhaltung

Artikel von Gudrun Klinkhammer aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 28.05.2010.

Gleich am ersten Abend verputzte er eine komplette Schale mit speziellem Katzenfutter. Mit seinen großen wachen Augen erobert Marderbaby "Troll" derzeit seine Umgebung. Momentan wiegt er rund 800 Gramm und misst 30 Zentimeter.

Die kleine Duroc-Sau namens Daggy
Marderbaby "Troll" bringt rund 800 Gramm auf die Waage. Gleich am ersten Abend verputzte er eine ganze Schale Katzenfutter.

Kall - Zugegeben: Der Steinmarder steht auf der Hitliste der Lieblingshaustiere nicht ganz oben. Schließlich hat er zuweilen die üble Angewohnheit, die Zündkabel am Auto anzuknabbern. Dennoch gibt es Menschen, denen auch dieses Tiere lieb und teuer ist.

Kürzlich klingelte beim Tierschutzverein Euskirchen das Telefon. Ein Passant hatte mitten in der Innenstadt ein unterkühltes, schlappes und ziemlich geschocktes Marderbaby von der Straße aufgelesen. Das kaum acht Wochen alte Tier war höchstwahrscheinlich neugierig durch sein Umfeld geturnt und dabei vom Dach eines Hauses auf den Asphalt gefallen. In dem Haus an der Saarstraße leben nachweislich nicht nur Zweibeiner, sondern auch eine ganze Steinmarderfamilie.

Elfi Kannengießer, als Tierärztin für den Tierschutz Euskirchen unterwegs, nahm den kleinen Marder auf und gab ihm den Namen "Troll". Gleich am ersten Abend verputzte er eine komplette Schale mit speziellem Katzenfutter. Mit seinen großen wachen Augen erobert Marderbaby "Troll" derzeit seine Umgebung. Momentan wiegt er rund 800 Gramm und misst 30 Zentimeter. Beeindruckend ist das Milchzahngebiss des Allesfressers. Das Normalgewicht eines ausgewachsenen Marders beträgt rund 2,5 Kilogramm, die Gesamtlänge 70 Zentimeter.

Was für Elfi Kannengießer besonders anstrengend ist: "Troll möchte nachts unterhalten werden, denn tagsüber schläft er eingerollt wie ein Igel." Also kaufte sie Säckchen aus Fell mit Federn dran, um den kleinen Kerl in der Dunkelheit zu schulen. In einigen Wochen möchte die Fachfrau damit beginnen, "Troll" auszuwildern. Dafür sucht sie noch ein Marderrevier, etwa in Form eines alten Stalles, möglichst weit weg von menschlicher Bebauung. Wer eine Bleibe für den kleinen Steinmarder hat, kann sich unter 0 24 41 / 17 93 melden.